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Schreibwettbewerb

Menschenrechte im Alltag - die poetische Anthologie

Was bedeutet ein Menschenrecht im ganz normalen Alltag?

Wir suchen literarische Texte, die zeigen, wie Menschenrechte im Kleinen, im Persönlichen, im Augenblick erfahrbar werden. Ein Gespräch. Eine Entscheidung. Ein Widerspruch. Ein Willkommen. Eine Tür, die sich öffnet. Ein Moment, in dem jemand gehört wird.


Deine Aufgabe: Wähle einen alltäglichen Moment und bleibe ganz bei ihm. Erzähle nicht primär, was geschieht, sondern mache spürbar, was die handelnde und fühlende Person erlebt: Wahrnehmungen, Gedanken, Empfindungen, innere Bewegungen.


Die besondere Form: die «Meditation»

Die Texte folgen einem gemeinsamen poetischen Muster:

  • freie Zeilen

  • überwiegend Verben in der Grundform

  • Schritt für Schritt, Augenblick für Augenblick

  • sinnlich, konzentriert und nah an der wahrnehmenden Person

  • am Ende wird der Bezug zu einem Menschenrecht sichtbar

 


Beispiel

Ein Umzug kann zu einer «Umzugs-Meditation» werden und von Freizügigkeit und dem Recht, den eigenen Aufenthaltsort zu wählen, erzählen. Dein Titel besteht aus einem zusammengesetzten Substantiv + «-Meditation», zum Beispiel «Umzugs-Meditation».

 


Menschenrechte

Die vollständige Allgemeine Erklärung der Menschenrechte findest du bei Amnesty International.

 


Deine Aufgabe

Wähle einen Menschenrechtsartikel und finde dazu einen alltäglichen Moment, in dem dieses Recht spürbar wird. Es geht nicht darum, Menschenrechte zu erklären oder zu benennen. Zeige sie. Lass sie geschehen.



Teilnahmebedingungen
  • unveröffentlichte Prosatexte

  • Deutsch, Mundarten erlaubt

  • mehrere Texte pro Person möglich

  • maximal 50 Zeilen pro Text

  • Titel als zusammengesetztes Substantiv + «-Meditation»

  • Angabe des zugehörigen Menschenrechtsartikels

 


Einreichung

Bitte jeden Text einzeln als Word-Dokument einreichen:

Titel-Meditation_Dein_Name.doc


In die Fusszeile gehören: Vorname, Name, Adresse, Telefon und E-Mail.

Zusätzlich bitte auf einem separaten Blatt eine Kurzbiografie/-bibliografie mit maximal 250 Zeichen inkl. Leerzeichen einreichen.


Einsendeschluss: 31. Mai 2027, 00.00 Uhr

 


Jury & Auswahl

Die Auswahl erfolgt unter Ausschluss der Öffentlichkeit durch die Jury, bestehend aus Michèle Minelli, Stefan Osbahr und Nadia Rungger. Der Entscheid wird per E-Mail bis spätestens 15. Juli 2027 mitgeteilt. Es besteht kein Anspruch auf eine Begründung. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 


Anthologie & Honorar

Die ausgewählten Texte werden lektoriert und erscheinen in einer poetischen Anthologie Frühling 2028. Das Buch wird im ordentlichen Handel erhältlich sein.


Honorar: CHF 100.– pro aufgenommenen Text, zahlbar nach Drucklegung.


Die Rechte bleiben vollständig bei den Autor:innen.

 


Warum wir das tun

Menschenrechte leben nicht nur in Gesetzen und Erklärungen. Sie leben dort, wo Menschen einander zuhören, Freiheit ermöglichen, Würde achten, widersprechen dürfen, Schutz erfahren und ihre Stimme erheben können. Wir wollen diese Momente sichtbar machen und zeigen, wie sie im Alltag gelingen.

 

 

Adresse für die Einsendung

SGEMKO

Stichwort: Wettbewerb «Menschenrechte im Alltag»

Iselisberg 14

CH-8524 Uesslingen Iselisberg


info@sgemko.ch

Telefon 052 740 41 47



So funktioniert die Meditation – zwei Beispiele:

Umzugs-Meditation

 

Möglichkeiten sehen

einander zuhören

entscheiden

einen Weg wählen 

Kisten falten

Schränke leeren

Abschied nehmen


Türen schliessen

Schlüssel abgeben

Vertrautes loslassen

noch einmal zurückschauen

vorwärtsschauen

unterwegs sein

Grenzen überqueren


ankommen dürfen

willkommen sein

Nachbarn begegnen

Namen lernen


den ersten Einkauf wagen

ein Lächeln erwidern 

Kinder zur Schule begleiten

den neuen Arbeitsweg finden

Lieblingsorte entdecken

heimisch werden


merken:

Zuhause wächst


spüren:

Freiheit bedeutet auch,

den Ort des eigenen Lebens

selbst wählen zu dürfen.

Faire-Verhandlungs-Meditation

vor der Tür stehen

Unsicherheit spüren

Fragen tragen

Stimmen hören

einen kurzen Moment gar nichts mehr verstehen

sich sammeln

die eigene Stimme bewahren


die Tür öffnen

den Raum betreten

Platz finden

Vertrauen wagen

Worte hören

Worte nicht verstehen

die eigenen Gedanken galoppieren spüren

eine Dolmetscherin an der Seite haben

Verbindung schaffen

dem Unverständlichen Gestalt geben

Klarheit entstehen lassen

sich verteidigen können

Fragen stellen dürfen

Antworten bekommen

die eigene Sicht zeigen


gleiche Chancen erfahren

abwarten

die Entscheidung annehmen

den Saal verlassen

frische Luft spüren

aufatmen

Danke sagen

weitergehen


SGEMKO

Schweizerische Gesellschaft für die Europäische Menschenrechtskonvention

Menschenrechte sichtbar machen, verstehen, schützen und weiterentwickeln.

KONTAKT

SGEMKO

Michèle Minelli

Iselisberg 14

8524 Uesslingen Iselisberg

Schweiz


info@sgemko.ch

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