Call for Futures: Lebenswerte Welt 2058
Aktualisiert: 9. Okt.
»Die Zukunft basiert auf dem, was wir heute tun.«
Mahatma Gandhi
Anthologie
«Lebenswerte Welt 2058»
Absicht
Wir haben Lust auf Zukünfte. Wir setzen der Ohnmacht und der Hoffnungslosigkeit, der Lethargie und der Bequemlichkeit etwas entgegen, das Freude macht. Wir erobern uns den Handlungsspielraum zurück – und das zuallererst literarisch.
Fühlst du dich auch manchmal so, als ob alles, was du tust, ja doch keine Wirkung hat? Und es stimmt: Eine:r alleine kann die Probleme der Welt nicht stemmen.
Unsere Anthologie mit dem Projekttitel «Lebenswerte Welt 2058» setzt neue Kräfte frei. Indem sie Lust macht, mitzugestalten. Indem sie Perspektiven eröffnet, die man vielleicht noch nie in Betracht gezogen hat. Indem sie herausfordert und lacht. Denn: Es gibt eben auch viel Gutes, das geschieht. Verbesserungen, die gelingen. Schritte, die getan werden – und über die wollen wir schreiben. Über das Menschsein und das Miteinander im Jahr 2058.
»Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.«
Antoine de Saint Exupery
Was, wenn's gelingt
Wie könnte eine lebenswerte Welt im Jahr 2058 aussehen?
Wir suchen unveröffentlichte Prosatexte, die eine realistisch-optimistische Zukunft erzählen: keine perfekte Utopie, keine düstere Dystopie, sondern eine Welt, die sich aus Entwicklungen des Heute heraus zum Guten verändert hat.
Deine Aufgabe: Nimm etwas, das dir heute Hoffnung macht – eine Idee, eine gesellschaftliche Entwicklung, eine technische Innovation, ein politisches Projekt oder eine neue Form des Zusammenlebens – und denke es bis ins Jahr 2058 weiter. Lass deine Geschichte in dieser Zukunft spielen.
Ob berührend, spannend, humorvoll, überraschend oder konfliktgeladen: Die Geschichte darf alles sein. Entscheidend ist, dass sie Lust macht, Zukunft neu zu denken und mitzugestalten.
Vier Themenfelder
· Menschenrechte & Soziales
· Natur & Umwelt
· Bildung & Beruf
· Mobilität & Innovation
Hoffnung als Widerstand
Utopien sind zu schön, um wahr zu sein. Dystopien lähmen. Deswegen interessiert uns, wie eine lebenswerte Welt aussehen könnte, die optimistisch realistisch erzählt wird - eine Protopie.
Beispielsweise hast du darüber gelesen, dass Paris die grüne Revolution plant und bis zu 170'000 Bäume in der Stadt pflanzen will? Dass versiegelte Flächen geöffnet, Humus herbeigeschafft und Bäume tatsächlich angesiedelt werden, da wo früher Betonwüste war? Denke das weiter! Und führe uns erzählerisch in eine Zukunft, in der diese Vision Wirklichkeit geworden ist. Die Geschichte, die du in diesem Setting spielen lässt, kann alles sein, was sie will. Sie muss nicht zwingend von den Bäumen in der Stadt handeln, aber sie spielt in einer Stadt, die aufgeforstet hat.
»Hope is the thing with feathers.«
Emily Dickinson
Motivation
Wenn die Demokratie wankt, müssen wir ermächtigen, ermuntern und mutig sein. Imaginationen, selbst geschaffene Bilder und Visionen haben die Kraft, wünschenswerte Zukünfte zu gestalten. Die Texte in unserer Anthologie wollen inspirieren und motivieren. Sie erweitern die Wahrnehmung und schenken Handlungsräume. Und sie machen eines klar: Unsere Annahmen vom Morgen beeinflussen unser Handeln im Jetzt.
»Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende be-kämpft. Um etwas zu verändern, baut man Modelle, die das Alte überflüssig machen.«
Richard Buckmister Fuller
Formalitäten und Bedingungen
Oder: Was wir suchen, sind
unveröffentlichte, selbstverfasst Prosatexte
deutschsprachig, Mundarten sind erlaubt
maximal 20'000 Zeichen inkl. Leerzeichen
mehrere Einsendungen pro Person sind möglich
Einreichung als Word-Dokument mit Kontaktdaten Autor:in
Und was wir nicht möchten, sind
rassistische, gewaltverherrlichende, diskriminierende oder pornografische Texte
KI-generierte Texte
Einreichefrist
Die Einreichefrist endet am 30. Juni 2027 um 00.00 Uhr. Der Bescheid über die Aufnahme erfolgt bis spätestens 30. September 2027 per Mail. Ein Anspruch auf Begründung bei Nichtberücksichtigung besteht nicht.
Honorar und Rechte
Texte, die in die Anthologie aufgenommen werden, werden je nach Textlänge gestaffelt honoriert:
Bis zu 2'000 Zeichen inkl. Leerzeichen, Fr. 350.00
Bis zu 12’000 Zeichen inkl. Leerzeichen, Fr. 750.00
Bis zu 20'000 Zeichen inkl. Leerzeichen, Fr. 1400.00
Mit der Einreichung eines Textes stimmst du einer Veröffentlichung zu. Die Gewinner:innentexte erscheinen in der Anthologie. Alle Gewinner:innen erhalten ein Print-Exemplar als Beleg. Datum der Auszahlung des Honorars ist Drucklegung des Buches. Die Rechte bleiben bei den Autor:innen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Auswahl
Eine Jury kuratiert die Texte unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Neben etablierten Autor:innen sollen ausdrücklich auch Newcomer:innen eine Chance auf Veröffentlichung erhalten.
Einreichen an
SGEMKO
"Lebenswerte Welt 2058"
Iselisberg 14
8524 Uesslingen Iselisberg
+41 (0)52 740 41 47
Und hier die Zusammenfassung für Schnellleser:innen:
Wir wollen Geschichten, die Lust machen, gedanklich mögliche Zukünfte zu erkunden. Die dazu auffordern, sich für realistisch optimistische Zukünfte einzusetzen. Texte, die zeigen, dass es sich lohnt, am Leben zu sein und die Welt mutig mitzugestalten.
Keine Dystopien, aber auch keine Utopien. Sondern Texte, die Menschsein, Menschenrechte, Leben mit Hoffnung und Zukunft verbinden. Texte, die Würde, Teilhabe, Solidarität nicht als Themen benennen, sondern sie durch Konflikte und Entscheidungen realisierbar zeigen.
Ist es als Autor:innen nicht unsere Aufgabe, über Zukünfte und Menschenrechte nachzudenken?
Wir finden: unbedingt.
Was? Du hast noch nicht genug? Dann folgen hier die Infos zur Inspiration für dich.
Workshops zur Einstimmung
Das Schreibwerk Ost führt zur Einstimmung Zukünftelabore durch, siehe dort.
Neue Genres und Begriffe in der Literatur
Die Erzählformen, die wir suchen, finden sich in diesen neuen Genres, die gerade entstehen. Entscheidend ist die literarische Qualität.
Hopepunk: Eine Erzählhaltung, die bewusst auf Hoffnung, Mitgefühl und Widerstand gegen Resignation setzt. Diese Geschichten zeigen den Kampf für das Gute, anstatt sich dem Zynismus einer kaputten Welt zu ergeben.
Protopie: Der Begriff beschreibt eine Welt, die sich durch kleine, kontinuierliche Verbesserungen langsam zum Gutem wandelt (jeden Tag etwas besser), anstatt eine abrupte oder perfekte Utopie zu sein; machbarer Optimismus also. Deine Kurzgeschichte oder Erzählung entwickelt aus dem Heute eine Zukunft, die dir – trotz allem Widersprüchlichen, trotz allem, «was halt auch noch ist» – gefallen könnte. Oder du entwickelst einen einzelnen Aspekt in die Zukunft hinein, der diese zum Bessern wendet. Protopie bedeutet auch, die Welt jedes Jahr um nur 1 % bessermachen. Dieser winzige Fortschritt ist im Alltag kaum spürbar, führt aber über Jahrzehnte durch den Zinseszinseffekt zu einer radikal besseren Welt.
Solarpunk: Ein optimistisches Sci-Fi-Genre, das eine nachhaltige Zukunft im Einklang mit der Natur zeigt. Es verbindet erneuerbare Energien (Sonne, Wind, anderes) mit grüner Architektur und Gemeinschaftssinn.
Symbiozän: Ein philosophisches Konzept und in unserem Fall literarisches Ideal, das die Ära nach dem Menschenzeitalter (Anthropozän) beschreibt. Der Fokus liegt auf harmonischem Zusammenleben und Interspezies-Demokratie zwischen Menschen, Tieren und Natur. Einem Zeitalter, in das wir gerne gehen würden.
Links, die inspirieren können:
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