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Menschenrechte im Alltag - die poetische Anthologie

11. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Okt.


Was bedeutet ein Menschenrecht im ganz normalen Alltag?

Wir suchen literarische Texte, die zeigen, wie Menschenrechte im Kleinen, im Persönlichen, im Augenblick erfahrbar werden. Ein Gespräch. Eine Entscheidung. Ein Widerspruch. Ein Willkommen. Eine Tür, die sich öffnet. Ein Moment, in dem jemand gehört wird.


Deine Aufgabe: Wähle einen alltäglichen Moment und bleibe ganz bei ihm. Erzähle nicht primär, was geschieht, sondern mache spürbar, was die handelnde und fühlende Person erlebt: Wahrnehmungen, Gedanken, Empfindungen, innere Bewegungen.

 


Die besondere Form: die «Meditation»

Die Texte folgen einem gemeinsamen poetischen Muster:

  • freie Zeilen

  • überwiegend Verben in der Grundform

  • Schritt für Schritt, Augenblick für Augenblick

  • sinnlich, konzentriert und nah an der wahrnehmenden Person

  • am Ende wird der Bezug zu einem Menschenrecht sichtbar

 


Beispiel

Ein Umzug kann zu einer «Umzugs-Meditation» werden und von Freizügigkeit und dem Recht, den eigenen Aufenthaltsort zu wählen, erzählen. Dein Titel besteht aus einem zusammengesetzten Substantiv + «-Meditation», zum Beispiel «Umzugs-Meditation».

 


Menschenrechte

Die vollständige Allgemeine Erklärung der Menschenrechte findest du bei Amnesty International.

 


Deine Aufgabe

Wähle einen Menschenrechtsartikel und finde dazu einen alltäglichen Moment, in dem dieses Recht spürbar wird. Es geht nicht darum, Menschenrechte zu erklären oder zu benennen. Zeige sie. Lass sie geschehen.

 


Teilnahmebedingungen

  • unveröffentlichte Prosatexte

  • Deutsch, Mundarten erlaubt

  • mehrere Texte pro Person möglich

  • maximal 50 Zeilen pro Text

  • Titel als zusammengesetztes Substantiv + «-Meditation»

  • Angabe des zugehörigen Menschenrechtsartikels

 


Einreichung

Bitte jeden Text einzeln als Word-Dokument einreichen:

Titel-Meditation_Dein_Name.doc


In die Fusszeile gehören: Vorname, Name, Adresse, Telefon und E-Mail.

Zusätzlich bitte auf einem separaten Blatt eine Kurzbiografie/-bibliografie mit maximal 250 Zeichen inkl. Leerzeichen einreichen.


Einsendeschluss: 31. Mai 2027, 00.00 Uhr

 


Jury & Auswahl

Die Auswahl erfolgt unter Ausschluss der Öffentlichkeit durch die Jury, bestehend aus Michèle Minelli, Stefan Osbahr und Nadia Rungger. Der Entscheid wird per E-Mail bis spätestens 15. Juli 2027 mitgeteilt. Es besteht kein Anspruch auf eine Begründung. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 


Anthologie & Honorar

Die ausgewählten Texte werden lektoriert und erscheinen in einer poetischen Anthologie. Das Buch wird im ordentlichen Handel erhältlich sein.

Honorar: CHF 250.– pro aufgenommenem Text, zahlbar nach Drucklegung.

Die Rechte bleiben vollständig bei den Autor:innen.

 


Warum wir das tun

Menschenrechte leben nicht nur in Gesetzen und Erklärungen. Sie leben dort, wo Menschen einander zuhören, Freiheit ermöglichen, Würde achten, widersprechen dürfen, Schutz erfahren und ihre Stimme erheben können. Wir wollen diese Momente sichtbar machen und zeigen, wie sie im Alltag gelingen.

 

 

Adresse für die Einsendung

SGEMKO

Stichwort: «Menschenrechte im Alltag»

Iselisberg 14

CH-8524 Uesslingen Iselisberg

Telefon 052 740 41 47



So funktioniert die Meditation – zwei Beispiele:


Umzugs-Meditation

 

Möglichkeiten sehen

 einander zuhören

 entscheiden

 einen Weg wählen 

Kisten falten

 Schränke leeren

 Abschied nehmen


 Türen schliessen

Schlüssel abgeben

 Vertrautes loslassen

noch einmal zurückschauen

vorwärtsschauen

unterwegs sein

 Grenzen überqueren


 ankommen dürfen

 willkommen sein

Nachbarn begegnen

 Namen lernen


 den ersten Einkauf wagen

 ein Lächeln erwidern 

Kinder zur Schule begleiten

 den neuen Arbeitsweg finden

 Lieblingsorte entdecken

 heimisch werden


merken:

 Zuhause wächst


spüren:

 Freiheit bedeutet auch,

 den Ort des eigenen Lebens

 selbst wählen zu dürfen.

Faire Verhandlungs-Meditation


 vor der Tür stehen

 Unsicherheit spüren

 Fragen tragen

 Stimmen hören

einen kurzen Moment gar nichts mehr verstehen

 sich sammeln

 die eigene Stimme bewahren


die Tür öffnen

 den Raum betreten

 Platz finden

 Vertrauen wagen

Worte hören

 Worte nicht verstehen

 die eigenen Gedanken galoppieren spüren

eine Dolmetscherin an der Seite haben

 Verbindung schaffen

 dem Unverständlichen Gestalt geben

 Klarheit entstehen lassen

sich verteidigen können

 Fragen stellen dürfen

 Antworten bekommen

 die eigene Sicht zeigen


 gleiche Chancen erfahren

abwarten

 die Entscheidung annehmen

den Saal verlassen

 frische Luft spüren

 aufatmen

 Danke sagen

weitergehen


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